Leckortung am Flachdach
Häufige Fragen
Warum liegt das Leck fast nie über dem Fleck?
Weil das Wasser zwischen Abdichtung und Dämmung seitlich weiterläuft, bis es eine Öffnung nach innen findet – meist eine Durchdringung oder eine Stoßfuge in der Dampfsperre. Deshalb wird die Fläche geprüft, nicht die Stelle über dem Fleck.
Mein Dach ist bekiest oder begrünt. Geht das trotzdem?
Ja, aber mit anderem Aufwand: Kies und Bewuchs müssen im Prüfbereich abgeräumt werden. Im kleinen Rahmen räumen wir die Beschüttung selbst ab; größere Flächen müssen von einem Dachdecker freigeräumt werden.
Muss es regnen, damit Sie etwas finden?
Nein. Potentialdifferenzverfahren, Wasserstandsprobe und Farbspülung erzeugen die Prüfbedingung selbst. Anhaltender Regen ist trotzdem hinderlich.
Reparieren Sie die gefundene Stelle gleich mit?
Nein. Wir orten, markieren und protokollieren; ausgeführt wird von Ihrem Dachdecker oder Spengler.
Geht das auch auf der Dachterrasse oder am Balkon?
Ja. Terrassen, Balkone und Tiefgaragendecken gehören zum Einsatzbereich: Geprüft wird die Abdichtungsebene, und die Verfahren sind dieselben wie am Flachdach.
Zahlt die Versicherung die Leckortung am Flachdach?
Ist der Schaden bei der Gebäudeversicherung gemeldet, werden die Ortungskosten in der Regel im Rahmen der Trace-and-Access-Deckung übernommen. Den Bildbericht erstellen wir so, dass er der Versicherung vorgelegt werden kann; im Gewährleistungsfall dient derselbe Bericht gegenüber dem ausführenden Betrieb.
Technik und Verfahren
Potentialdifferenzverfahren (Nassverfahren)
Die Abdichtungsbahn ist ein elektrischer Isolator, der Untergrund darunter ist leitfähig: Wird die befeuchtete Oberfläche unter Spannung gesetzt, fließt Strom nur dort, wo die Abdichtung ein Loch hat, und die Messelektroden zeigen die Richtung zur Fehlstelle. So wird jedes einzelne Loch gefunden, auch unter Auflast, sobald das Prüffeld freigelegt ist. Bei metallkaschierten Bahnen, fehlendem leitfähigem Untergrund oder bereits durchnässter Dämmung ist das Verfahren nur eingeschränkt anwendbar.
Wasserstandsprobe
Ein abgegrenztes Dachsegment wird angestaut und der Wasserstand über eine festgelegte Zeit beobachtet; Verdunstung und Niederschlag werden über ein mitgefülltes Referenzgefäß im Prüffeld herausgerechnet. Bleibt das Segment hinter dem Referenzgefäß zurück, ist es undicht – das Ergebnis sagt allerdings nur, ob ein Segment undicht ist, nicht an welcher Stelle, und Statik und Ableitung des Wassers sind vorab zu klären.
Farbspülung
Dem Wasser wird ein Farbstoff zugegeben und der Verdachtsbereich beaufschlagt. Tritt die Farbe innen aus, ist der Wasserweg bewiesen und nicht nur vermutet; in kiesbedeckten oder begrünten Aufbauten wird die Farbe stark verdünnt.
Beaufschlagt wird in Ebenen, von unten nach oben. Wir beginnen auf der Bodenebene; zeigt sich dort nichts, wird die nächsthöhere Ebene bewässert. Dabei setzen wir mehrere Farben gezielt nebeneinander ein, um die Bereiche gegeneinander abzugrenzen – am Austritt ist dann ablesbar, welcher Bereich das Wasser führt. So arbeiten wir uns Ebene für Ebene nach oben, bis sich ein Ergebnis zeigt.
Das Verfahren braucht Zeit, und zwar nicht unsere, sondern die des Wassers: Der gefärbte Austritt zeigt sich im Raum darunter oft erst nach einem bis vier Tagen, weil das Wasser den Weg durch den Aufbau erst finden muss. Am Tag der Beaufschlagung ist deshalb regelmäßig noch nichts zu sehen. Zur Farbspülung gehört daher eine Nachkontrolle des Innenbereichs – nicht als Zusatzleistung, sondern weil das Verfahren ohne den zweiten Blick kein Ergebnis hat. Wir vereinbaren den Kontrolltermin gleich beim ersten Einsatz. Kontrollmessungen werden nach Zeitaufwand und Anfahrtsaufwand zusätzlich verrechnet.
Thermografie am Dachaufbau
Durchfeuchtete Dämmung speichert Wärme anders als trockene: Nach Sonneneinstrahlung kühlt eine nasse Zone langsamer ab und zeichnet sich im Wärmebild ab. Das Verfahren zeigt die Ausdehnung der Nässe, nicht das Loch, und braucht ein ausreichendes Temperaturgefälle.
Feuchtemessung im Innenraum
Gemessen wird vor allem innen: Wir gehen im Raum unter dem Dach die Spuren des Wassereintritts ab und halten fest, wie feucht sie sind. Damit ist zu unterscheiden, ob ein Eintritt noch frisch ist oder längst abgetrocknet – dem Fleck an der Decke sieht man das nicht an.